Terra Anima Blog
Neuigkeiten und Erkenntnisse aus der Kompostwelt
Renaturierung von Böden
Renaturierung von Böden
Unter Renaturierung versteht man die Wiederherstellung naturnaher Lebensräume nach menschlichen Eingriffen. Beispiele dafür sind begradigte Flussläufe, entwässerte Moore, Industriebrachen, Steinbrüche, Tagebaue oder landwirtschaftliche Flächen.
Renaturierung verfolgt das Ziel, die vom Menschen veränderten Kulturlandschaften wieder in einen möglichst ursprünglichen Zustand zu überführen. Folgende Maßnahmen sind hier möglich: die Neugestaltung von Lebensräumen, die gezielte Anpflanzung standorttypischer Arten sowie die Förderung der Ansiedlung standortgerechter Pflanzen- und Tierarten.
Was nach meiner Beobachtung dabei zu wenig Beachtung findet, ist die Bodengesundheit!
Die hier vorgefundenen Böden sind in vielen Fällen biologisch tot oder, wie es häufig beschrieben wird, degradiert.
Die Vielfalt der Bodenlebewesen spielt eine entscheidende Rolle für die Bodengesundheit.
Mikroorganismen wie Mykorrhiza-Pilze oder stickstoffproduzierende Bakterien sind unerlässlich für die Bodengesundheit und die Nahrungskette. Sie verbessern die Bodenstruktur und fördern die Nährstoffkreisläufe.
Hier kommt unsere Terra Anima Wurzelerde zum Einsatz. Sie wird in die Baumgrube, also direkt unter den Baum, eingebracht. Terra Anima Wurzelerde stimuliert das Wurzelwachstum und verbessert dadurch die Nährstoff- und Wasseraufnahme. Daraus folgt indirekt eine Steigerung der Photosyntheseleistung und damit des allgemeinen Pflanzenwachstums.
Mit relativ geringen Mengen kann hier – je nach Bodenart, Grad der Degradierung und Größe der Pflanze – eine große Wirkung erzielt werden.
Man kann Bäume und Sträucher pflanzen, aber keinen Wald. Ein Wald ist ein komplex organisiertes Ökosystem, und alles beginnt im Waldboden. Hier werden organische Substanzen abgebaut und so Nährstoffe aus dem toten organischen Material wieder für Pflanzen verfügbar gemacht.
Dabei sind bis heute über 90 % der Bodenlebewesen und der Prozesse im Boden nicht erforscht.
An der Schnittstelle von Werden und Vergehen spielen auch Hornmilben eine wichtige Rolle. In unseren Breiten sind über 1.000 Arten bekannt. Wald als Ökosystem kann nicht einfach „nachgebaut“ werden.
Vor über 100 Jahren wurde in der Lüneburger Heide ein Eichenwald auf Ackerboden gepflanzt. Bis heute klaffen große Lücken in der Arteninventur. Die Nährstoffkreisläufe im Boden funktionieren immer noch nicht richtig. Über 100 Jahre reichen also nicht aus, damit sich echter Waldboden bildet.
Unsere Terra Anima Wurzelerde (wie auch die Humus- und Weinerde) wird in einem speziellen Verfahren hergestellt, das sich deutlich von der „industriellen“ Herangehensweise unterscheidet. Das beginnt beim eingesetzten Material, der Temperaturführung, den Zuschlagstoffen und der Rottedauer.
Unsere Erden leben und bringen so Leben in tote Böden. Daher unser Motto:
Geben Sie Ihrem Boden die Seele zurück!
Bis bald!
Horst Wagner
P.S.: Unsere Wurzelerde wurde auch erfolgreich bei der Neupflanzung von Obstbäumen eingesetzt.
Zum Foto: Infotafel am Fahrradrastplatz mit Weinberg im Hintergrund – Naturnahe Umgestaltung: Fürstengraben in Meißen
Wir Menschen denken, es soll doch gleich das Beste (z.B. Eichen!) werden.
Die Natur nimmt die Flächen auf ihre Weise ein.
Auf dem Grundstück einer nicht mehr bewirtschaften Gärtnerei mit Wiesen und der Flächen, wo einst Gemüse, Stauden, Sträucher und Schnittblumen angebaut wurden , wachsen heute Birken, Erlen und Pappeln, also Samen, die der Wind gebracht hat. Haselnuss und auch ein paar Eichen sind durch Vögel (meist Eichelhäher) gesteckt worden. Die Wiesenflächen sind zum Teil mit Blaufichten und anderen Fichten bepflanzt worden, um Schnittgrün und Material für die Kranzbinderei zu haben. Wenn eine Fläche brach liegt, wird ohne menschliches Dazutun über die Jahre (15 -40 Jahre) ein neues Biotop – oder wie man die Wildnis nennen will – entstehen.
Vor über 50 Jahren habe ich auch noch gelernt – die Chemisierung der Landwirtschaft (auch im Gartenbau) – als Erfolgsstrategie. Das Düngen mit Düngesalzen und die Pflanzenschutzchemie haben unsere Böden – unsere Bodenlebewesen – stark geschädigt. Gerade die relativ hohen Dosen haben mit ihrem Salzgehalt (mind. über 2 Gramm/ Liter) die Bodenlebewesen geschädigt. Wenn ein Feld gedüngt wurde, sollte die Menge auch für einige Zeit reichen, um nicht ständig die Fläche zu befahren.
Um eine langsam fließende Düngergabe zu erreichen, ist es mit Kompost, Mist und anderen nährstoffhaltigen Produkten ( z. B. Kaffeesatz u. ä.) möglich, da die Umwandlung durch die Mikroorganismen nur in dem Maße die (Salz-)Konzentration erhöhen, dass sie nicht (alle) absterben. Dieses Gleichgewicht schafft einen guten Boden, auch für Regenwürmer und das andere Getier.
Deshalb ist es auch eine Möglichkeit mit der Terra Anima Wurzelerde die geschädigten Böden zu IMPFEN und die Bodenlebewesen zu Verbreiten.
Die Natur braucht auch Geduld, die wir oft nicht haben.
Wir wollen für das KLIMA Bäume pflanzen, aber der Erfolg hängt auch davon ab, wie das Wetter in der Pflanzphase ist (Hitze oder gute Niederschläge) und wie der Untergrund – besonders bei den Straßenbäumen – ist. Manche Illusion ist nicht von Erfolg gekrönt.
Unser Gemüse wird heute zum Teil nicht mehr in Erde produziert, besonders Tomaten und Gurken.
Durch Mineralwolle als Standort wird computergesteuert die Düngerlösung – in geringer Konzentration – den Wurzeln zugeführt. Auch wenn viele Mikronährstoffe in der Lösung vorhanden sind – ob da nicht auch etwas fehlt, was wir heute noch nicht wissen, was z. B. die Humussäuren und die Mikroorganismen ausmachen ???
Guten Tag,
ich habe ein Beispiel aus der Literatur, zur Reaktivierung von geschwächten Bäumen und Wäldern:
Alwin Seifert; Gärtnern, ackern, ohne Gift.
Dort beschreibt der Autor wie er totkranke Eschen, Linden innerhalb von 3-6 Jahren zu völliger Gesundung und neuem Leben verhilft, mit: der Behandlung des Bodens durch das demeter-Hornmist-Präparat (Anwendung nach demeter Richtlinien).
Das hab ich auch probiert und siehe da, mit extrem wenig Aufwand und viel geduld und nichts tun, habe ich absterbende Haselnüsse, Weintrauben und Weißdorne zu neuem Leben verholfen. Viel Geduld und Vertrauen in die Regenerationskraft der aller kleinsten Lebewesen, vorausgesetzt.
Meine Methode Hornmist herzustellen: in einem Sack aus Kunsstoff-Bändchengewebe gefüllt (frischer Mist, Hornmehl, Tennissand (ziegelmehl), Pflanzenkohlemehl, Steinmehl, mitWasser gemischt), den Sack 1 Jahr im Boden vergraben. Dann ausbuddeln und den Inhalt verstreuen (1Gramm pro m²).
Mal ausprobieren schadet ja nix.
Viele Grüße
Nikolaus Svenson
Ganz schlimm ist die Hitze und die Trockenheit in meinem Garten. Ich bringe es nicht fertig Trinkwasser in meinem Garten zu verschwenden. Gründüngung und viele Saaten sind nicht aufgegangen. Gemulcht habe ich so gut es ging. Aber es fällt ja auch kein Rasenschnitt an. Gerne würde ich Kompost mit Pflanzenkohle ausbringen aber bei den Temperaturen lasse ich ihn lieber in der geschützten Miete gut abgedeckt.
Hatten sie in Meißen wenigstens ab und zu Regen?
Wie können wir solchen extrem Wetter in unseren Gärten entgegen wirken? Tomaten, Gurken, Bohnen und ein wenig Salat halte in mit dem wenigen Regenwasser aus der Zisterne am Leben.
Ist Pflanzenkohle der Retter? bis jetzt habe ich Pflanzenkohle meist über den Kompost mit angesetzt. Auch in die Saatrillen habe ich was gegeben. Das einzige was noch gut aussieht sind die Weintrauben und Feigen. Apfel und Birnbäume hängen voll auch der Nussbaum aber was wird damit?
Vielen Dank für Ihre Gedanken, Überlegungen und Erfahrungen.
Das erwähnte Buch „Gärtnern, Ackern – ohne Gift“ erschien bereits 1971 im Biederstein-Verlag
(ISBN 3 7642 0150 9). Ich habe in meinem Blog-Beitrag vom 27.02.2018 darüber geschrieben.
Der Buchautor Alwin Seifert war Professor für Garten- und Landschaftsgestaltung an der Technischen Universität München. Er berichtet darin über seine vierzigjährige Erfahrung in der Anwendung von Kompost und seine Beobachtungen im eigenen Garten und in der Landwirtschaft.
Im Kapitel 9 „Lob des Unkrauts“ schreibt er:
„…. Da ist etwa durch eine Wiese ein Feldweg oder ein Graben gezogen worden und es sind seitlich ein paar Haufen überschüßigem Mutterboden liegengeblieben. Es wächst auf diesen nicht wieder Gras, mit dem der Boden vorher bewachsen war, obwohl Grassamen genug in ihm liegen. Denen passt der durcheinandergeworfene Boden nicht mehr, um so mehr aber einer großen Zahl aller möglichen Unkräuter, von denen noch dreißig Jahre lang nichts zu sehen war. Da kommt etwa der bunte Hohlzahn, kommen Acker- und Öldisteln. Vogelknöterich, Kamille oder Hederich, wenn nicht gar Bilsenkraut. Die gedeihen alle prächtig und werfen Tausende von Samen aus. Man bekommt geradezu Angst, wie den das alles weitergehen soll. Aber siehe, schon im nächsten Jahr ist der Übermut nicht mehr so wild; all das strotzende Zeug wird ganz bescheiden. Nach 3 oder 4 Jahren sind die Erdhaufen fast wieder verschwunden, weil dasselbe Gras auf ihnen wächst, wachsen kann wie vor dem harten Eingriff, der das ganze reiche und so sehr empfindlichen Bodenleben durcheinandergeworfen hatte. Das Unkraut hat mit kraftvoller Hand das alte Gleichgewicht wiederhergestellt. …..
Es ist alles eine Frage der Zeit, wobei die Natur in größeren Dimensionen denkt als wir Menschen.
Viele Grüße
Horst Wagner