Bokashi herstellen durch Fermentierung.

Bokashi herstellen

Neben der traditionellen Kompostierung gibt es seit einigen Jahren ein Verfahren bei dem Biomasse unter Luftabschluß (anerob) zu sogenanntem Bokashi fermentiert wird. Fermentation (Lat. fermentum – Gährung) bezeichnet die enzymatische Umwandlung von organischen Stoffen durch Zugabe von Bakterien- oder Pilzkulturen (Milchsäurebakterien).

Fermentation spielt in der Lebensmittelproduktion eine zentrale Rolle bei der Haltbarmachung von Lebensmitteln, z.B. Sauerkraut, Sauermilch, Jogurt, Kefir, Buttermilch, aber auch Tee, Kaffee, Kakao und Tabak.

Dieses Bokashi ist also haltbar gemachte Biomasse, die mit einem sauren pH-Wert von 4 – 5 nicht im Beet eingesetzt werden kann, sondern an der Luft (aerob) mehrere Monate nachrotten muß, bevor es im Beet angewendet werden kann. Die Herstellung von Bokashi macht Sinn, wenn man seine Biomasse über den Winter sammelt und dann im Frühjahr kompostiert.

Mit dem Zusatz von Pflanzenkohle werden Nährstoffe gespeichert und damit die Qualität des zukünfigen Kompostes enorm gesteigert

Bokashi und Würmer

Effektiven Mikroorganismen sind vorwiegend anaerobe Organismen, d.h. Sie mögen keinen Sauerstoff und gehen bei Kontakt mit Sauerstoff kaputt oder in eine Art Starre. (Daher muss auch der Deckel des Bokashi Eimers so fest verschlossen werden). Ausserdem lieben Sie es sauer. Der optimale pH Wert für die Bokashi Bakterien ist um die 5. Solange der pH Wert des Bokashi unterhalb von 5 ist, wird sich ein Kompostwurm nur sehr kurz darin aufhalten wollen.

Kompostwürmer atmen über die Haut. Damit sich der nötige Sauerstoff aus der Luft in dem Würmer „Blut“ lösen kann, ist ein Gleichgewicht der Schleimhaut wichtig. Ein pH Wert von 5 stört dieses Gleichgewicht und damit die Atmung. Besonders die in EM enthaltenen Milchsäure-Kulturen stellen eine direkte Gefahr für die Schleimhaut der Würmer dar.

Ein vermischen von Bokashi Resten (2-3 Wochen alt) mit dem Komposthaufen wird alle Regen- (Lumbricus terrestris) und Kompostwürmer (Eisenia fetida, et al)  für Wochen daraus vertreiben. Der richtige Weg ist es, den Inhalt des Bokashi Eimers komplett und als Ganzes im Kompost zu vergraben – oder noch besser – ihn an andere Stelle im Garten an der Luft vererden zu lassen. Erst dann „vererdet“ das Bokashi und verliert seine „Schärfe“. Zudem lösen sich erst jetzt die Zellstrukturen des Bokashi-Gutes auf. Nach 2-6 Wochen ist der vererdetete Bokashi dann hervorragendes Wurmfutter! Die Zellstrukturen sind bereits auf gebrochen, so haben die Bakterien der Würmer leichtes Spiel.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Ich bin selber überzeugter Nutzer und Vertreter von (vielen) EM Produkten und es ist richtig, das Regen- und Kompostwürmer von den Nährstoffen aus dem vererdeten Bokashi Resten angezogen werden. Dies passiert aber nur nachdem der Prozess fast ganz abgeschlossen ist und wenn nicht gerade ein Komposthaufen in der Nähe ist.

Dieser Fehler auf vielen Webseiten kam sicher nur durch eine starke Vereinfachung der Sachlage und dann durch hundertfaches kopieren von Menschen, die sich mit dieser Materie einfach nicht so auseinander gesetzt haben.

EM selbst herstellen:

Ein Wort zu den Bakterien: Die spezielle Bokashi-Kleie lässt sich für relativ viel Geld im Internet kaufen. Wer sich das Geld sparen möchte, greift auf eine bereits fermentierte Flüssigkeit zurück, wie beispielsweise ungekochten Sauerkrautsaft oder Brottrunk. Diese enthält ebenfalls die für den Prozess so wichtigen Mikroorganismen und kostet fast nichts. Dazu einfach die Flüssigkeit unter das Gemüse im Bokashi Komposter mischen. Den Rest erledigen die Bakterien.

Die Hersteller des speziellen Bokashi-Ferments bestreiten zwar, dass Sauerkrautsaft die gleiche Wirkung besitzt. Die Erfahrungen vieler Benutzer sprechen hingegen für den Einsatz herkömmlicher Säfte, die Milchsäure enthalten. Idealerweise machen Sie sich selbst ein Bild davon. Das Geld für die teure Bokashi-Kleie kann man sich eventuell sparen.

Bokashi, Fermentierung im Terra Boga Projekt

Bei Pflanzversuchen im Rahmen des TerraBoGa-Projektes der FU Berlin konnte „kein zusätzlicher Mehrwert durch Fermentierung erkannt werden“.

Siehe: https://terraboga.de/wp-content/uploads/sites/19/Informationen-TerraBoGa-Ergebnisse-Pflanzentests1.pdf